Am 18.07.2025 besuchte die Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Odenwald-Tauber und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Terra Hohenlohe GmbH – ein Inklusionsunternehmen in Bad Mergentheim.
Die Terra Hohenlohe GmbH mit ihrem Sitz in Bad Mergentheim und Schwäbisch Hall betreibt seit über 25 Jahren das Inklusionsunternehmen. Sie ist vorrangig im Bereich des Industrieservice für namhafte Unternehmen der Region tätig.
Bei einem Rundgang durch die Produktion konnte sich die Ministerin von den Leistungen des Unternehmens überzeugen. Anerkennend nahm sie die Leistungen und das Engagement der Menschen mit Behinderung und des Personals wahr.
In dem anschließenden Gespräch hob Frau Paroch, Standortleiterin der Terra Hohenlohe GmbH, besonders die erneute Anhebung des Mindestlohnes ab 2026 hervor und dessen problematische Auswirkung. „Die überproportionale Erhöhung des Mindestlohns sehen wir als Gefährdung einer großen Zahl an Arbeitsplätzen in Inklusionsunternehmen, die durch die insgesamt herausfordernde wirtschaftliche Situation verschärft wird“, so Standortleiterin Paroch.
Bezugnehmend auf die bag if (Bundesarbeitsgemeinschaft für Inklusionsunternehmen) solle bei der Ausgestaltung der Mindestlohnerhöhung immer die Besonderheit der Inklusionsunternehmen im Blick bleiben, dass sie immer mehr Personal zur Kooperation der Leistungseinschränkungen und besonderen Unterstützungsbedarfe der Zielgruppenmitarbeiter als ihre Mitbewerber im Branchenvergleich beschäftigen müssten.
Weitere Schwerpunkte der Diskussion waren:
- die weiter anstehende Erhöhung des Mindestlohnes und dessen Auswirkungen
- Erhalt der Nachteilsausgleiche
- uneingeschränkte Zugang zu staatlichen Förderprogrammen
- Vergaberechtstransformationsgesetz
- berufliche Bildung
Inklusionsunternehmen spielen eine wichtige Rolle:
- sie sind Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, ein inklusives Modell der Teilhabe
- sie stehen im Wettbewerb mit anderen mittelständischen Unternehmen
- es werden Arbeitnehmer mit regulären Arbeitsverträgen beschäftigt
- und ortsübliche oder tarifliche Löhne bezahlt, d.h. mindestens Mindestlohn.
In bundesweit über 1.000 Inklusionsunternehmen arbeiten über 30.000 Beschäftigte davon 12.500 Menschen mit Schwerbehinderung. Der inklusive Arbeitsmarkt ist eine Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention seit 2009. Hier bedürfe es weitreichender Weichenstellungen der Regierung auf Grundlage einer Gesamtstrategie, um das Ziel eines inklusiven Arbeitsmarktes zu erreichen.
Bad Mergentheim, 18.07.2025
